Rettungshundestaffel des DRK Rettungshundestaffel"Havelland" zum DRK-LV-Brandenburg e.V.

Mantrailing

Beim Mantrailing verfolgt der Hund die individuelle Geruchsspur eines ganz bestimmten Menschen. Es ist nicht zu verwechseln mit der Arbeit eines Fährtenhundes, der nach Bodenverletzung sucht und somit genau der Fußspur der Person folgt. Dem Mantrailer steht es frei, wie er der Geruchsspur folgt. Er kann  dabei nahe, direkt auf der Fußspur oder sogar mehrere hundert Meter entfernt davon arbeiten. Da er einen bestimmten Individualgeruch verfolgt und diesen durch Geruchsunterscheidung von jedem anderen Geruch unterscheiden kann, ist er fähig, diese Spur auf jedem Gelände, auch in Stadtsituationen und noch nach Tagen, in Extremfällen sogar Wochen später, zu verfolgen. Hierbei spielen verschiedene Umweltfaktoren wie Wind, Temperatur oder Niederschlag eine sehr große Rolle.

Der Individualgeruch eines Menschen ist nicht zu verwechseln mit dem Körpergeruch eines Menschen, der durch z.B. Schwitzen oder Unsauberkeit entsteht. Diesen Geruch kann man abwaschen oder überdecken, beim Individualgeruch ist das nie möglich. Wie entsteht also die individuelle Geruchspur eines Menschen?

Der menschliche Körper besteht aus einer riesigen Anzahl von Zellen. Diese sterben kontinuierlich (auch im Schlaf) ab und werden durch neue Zellen ersetzt. Pro Minute fallen so Millionen von Zellen vom Körper ab.
Diese toten Zellen werden von Bakterien zersetzt und geben ein Gas frei. Dieses Gas schwebt hinter uns her, wann immer wir uns bewegen.

Hinzu kommen Unterschiede in der persönlichen Umgebung wie persönliche Hygiene, Körperpflegemittel, Gewürze im Essen, etc. und machen die Geruchsspur einer jeden Person verschieden und einzigartig. Die bakterielle Zersetzung wird durch die Außentemperatur und die Luftfeuchtigkeit beeinflusst. Die Dauer der bakteriellen Zersetzung wird durch die Umwelt beeinflusst. Diese Faktoren entscheiden, wie lange diese gasförmigen Substanzen vorhanden sind und somit, wie lange eine Geruchsspur für den Hund zur Verfügung steht. Die bakterielle Zersetzung an einem sehr heißen und sonnigen Tag kann beispielsweise stark reduziert sein.
Sobald die Sonne untergeht und die Temperatur fällt, wird Feuchtigkeit aufgebaut und der bakterielle Zersetzungsprozess wird wieder aktiviert.
Die Geruchsspur wird für den Hund wieder wahrnehmbar. Wind oder Luftwirbel tragen die Hautpartikel von der Spur, wo die Person gelaufen ist, weg und bleiben dann an Hindernissen wie Häusern, Büschen, Zäunen etc. hängen. Der Hund wird dann der Geruchspur, wenige bis viele Meter von der eigentlichen Trittspur entfernt, folgen.

Für die Arbeit ist es also wichtig die verschiedenen Komponenten und Umweltfaktoren immer im Auge zu behalten:
Zeit - frische Fährten haben eine noch schwache Geruchsspur
Gelände - Stadt ist nicht gleich Sumpfgebiet, der Hund wird hier ganz anders arbeiten
Geruchsträger - ganz wichtig, nie etwas nehmen, wo der Verdacht besteht ein anderer könnte das getragen, angefasst oder gewaschen haben
Wind - trägt die Hautpartikel in Windrichtung fort oder verwirbelt sie
Temperatur - beeinflusst die Zersetzungsgeschwindigkeit (zu hohe und zu niedrige Temperaturen bremsen die Aktivität der Bakterien)
Niederschlag - starker Regen wascht die Hautpartikel fort, bei lang anhaltendem Regen wird es schwierig der Spur ordentlich zu folgen, es können "Löcher" in der Geruchsspur entstehen

Unser Mantrailer: